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7-Kamera-Videoproduktion und Livestreaming vom Rudolstadt-Festival für ARTE Concert

Rudolstadt | Von Klassik zu Contemporary Music, von Wolfgang Amadeus Mozart zu Element of Crime. Nicht einmal zwei Wochen war es her, dass wir das Freiluft-Konzert „Klassik airleben“ übertragen hatten. Nun begleiteten wir das nächste musikalische Outdoor-Event: Beim Rudolstadt-Festival waren wir wieder Livestreaming-Partner der Wahl für ARTE. Bei Deutschlands größtem Festival für Folk- und Tanzmusik traten Künstler aus 40 Ländern im thüringischen Rudolstadt auf. Wir boten ihnen darüber hinaus auch eine Bühne im Web. Wie schon im vergangenen Jahr machten wir ausgewählte Konzerte des viertägigen Festivals als Live-Video auf der Online-Plattform „ARTE Concert“ zugänglich. Insgesamt sieben Kameras, davon zwei Krankameras, generierten die Videoaufnahmen für den Livestream, der backstage im Regietruck abgemischt und abgesendet wurde. Die äußeren Bedingungen der Live-Produktion waren zugegebenermaßen ziemlich herausfordernd. Hitze, Lärm, Staub und dichtes Menschengedränge konnten unserem Team und unserer Technik jedoch nichts anhaben.

Alle Kameras waren wettergeschützt stationiert und standen zudem auf Podesten außer Reichweite des Publikums. Drei Kameras befanden sich direkt auf der überdachten „Main Stage“, wobei sich zwei Kameramänner mit mobilen Cams frei über die Bühne bewegten. So konnten sie den Musikern ganz nah kommen und sie zudem aus unterschiedlichen Winkeln filmen. Das Ergebnis waren Nahaufnahmen von Händen am Klavier oder Fingern an Gitarrenseiten, aber auch „Over the shoulder“-Shots mit Blick ins Publikum. Beeindruckende Schwenkaufnahmen hinweg über das Publikum bis auf die Bühne produzierten zwei ferngesteuerte Krankameras. Sie waren am linken und rechten Rand vor der Bühne positioniert. Schließlich diente auch der FOH-Turm im hinteren Publikumsbereich als Standort für zwei Kameras. Ausgerichtet auf die Bühne und ausgestattet mit Zoom-Objektiven, generierten sie in verschiedenen Einstellungsgrößen: Dazu gehörten totale Aufnahmen von der Bühne und den Zuschauern davor, amerikanische Einstellungen der Bands wie auch Close-Ups der einzelnen Künstler.

Neben den Kameras war auch unser Regie-Equipment abgeschirmt vor unerwünschten Umwelteinflüssen. Die Regie hatten wir nämlich in einem geschlossenen Truck eingerichtet, wie er auch bei TV-Übertragungen zum Einsatz kommt. Per Glasfaser wurden die Videosignale der sieben Kameras angeliefert. Dazu hatten wir bis zu 150m LWL-Kabel von den einzelnen Cams zu dem Regie-Fahrzeug im Backstage-Bereich gezogen. Dessen 8m langen Ladecontainer wurde von uns komplett mit Regietechnik ausgestattet und somit zu einem professionellen Schnittstudio. Ein 42’’ Multiview-Monitor zeigte alle eingehenden Kameraaufnahmen an. Sie wurden in der Bildregie zentral aufgezeichnet und parallel zum Programmbild zusammen geschnitten, welches wir ebenfalls auf Festplatten-Recordern festhielten. Die Tonspur für das Live-Video erhielten wir den von den Kollegen vom Deutschlandradio, die das Festival live im Hörfunk übertrugen.

Wir hingegen kümmerten uns um die audiovisuelle Web-Übertragung. Zusätzlich zur Regie hatten wir daher auch einen Streaming-Arbeitsplatz im Regie-Truck geschaffen. Mit Software-Encodern wandelten wir die Videodaten, um sie als HD-Livestream an die ARTE-Server übermitteln zu können. Diese wiederum verbreiteten das Signal in alle Welt. Den Encoding- und Streamingprozess überwachten wir an einem Referenzmonitor. Um eventuelle Komplikationen im Primary Stream überbrücken zu können, hielten wir während der gesamten Übertragung einen Backup-Stream im Standby-Modus bereit. Dieser kam jedoch nicht zum Einsatz. An allen vier Festival-Tagen übertrugen wir 8 Konzerte internationaler Bands reibungslos ins Netz. Ingesamt 12 Stunden lang ließen wir Musiker wie Profetas aus Kolumbien, Glen Hansard aus Irland oder Anoushka Shankar aus Indien im Netz auftreten. Nach Ende der Live-Webcasts stellten wir die Videoaufzeichnung der Konzerte zum nachträglichen on-demand-Abruf zur Verfügung, so dass die Musik nun rund um die Uhr auf ARTE Concert spielt.

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