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MDR nutzt Netzreporter-Sets von NC3 für Live-Berichterstattung vom BAMBI auf Facebook

Smartphone statt Ü-Wagen. Die Online-Redaktion des MDR hat bei der diesjährigen Bambi-Verleihung erstmals einen Livestream vom roten Teppich produziert. Dabei kamen die Netzreporter-Sets zum Einsatz, die wir gemeinsam mit dem MDR entwickelt und zusammengestellt haben. Kernstück der Netzreporter-Sets bilden handelsübliche Smartphones, die u.a. mit einem LED-Kopflicht und einem FlashMic Kabelmikrofon technisch aufgerüstet wurden. Somit lassen sich professionelle Videos erstellen, deren Bild- und Tonqualität die herkömmlichen Smartphone-Videos deutlich übertrifft. Dennoch besitzen die mobilen Produktionseinheiten eine kompakte Größe, die sie vielseitig einsetzbar macht.

Mit den Netzreporter-Sets wurden die Videos nicht nur aufgenommen, sondern auch direkt vom roten Teppich ins Web gesendet. Hierfür griffen die MDR-Redakteure auf „Facebook LIVE“ zurück. Mit der mobilen Anwendung, die an die Mention App von Facebook geknüpft ist, präsentiert das Soziale Netzwerk eine Livestreaming-Funktion nach dem Vorbild von Meerkat und Periscope. Im Gegensatz zu den beiden Pionier-Apps werden die Videos bei Facebook LIVE in quadratischem Format erstellt und übertragen. Somit erübrigt sich auch die Frage nach Hoch- oder Querformat ;-) Noch dürfen nur prominenten Personen die Facebook LIVE-Funktion nutzen. Für die Live-Berichterstattung vom roten Teppich erhielt der MDR eine exklusive Vorab-Freischaltung, weitere Medienhäuser sollen folgen. Veröffentlicht wurden die Live-Videos übrigens auf der Facebook-Site der ARD, wo sie auch heute noch abgerufen werden können. Neugierig geworden? Auf den Internetseiten des Entwicklungslabor berichten Mitarbeiter des MDR von ihren Erfahrungen mit der Livestreaming App von Facebook.

Die Netzreporter-Sets waren dieses Jahr übrigens nicht das erste Mal beim Bambi im Einsatz. Schon seit 2011 finden sie Verwendung, um kurze Videointerviews auf dem roten Teppich des wichtigsten deutschen Medienpreises aufzuzeichnen. Die Videos wurden bisher allerdings nicht live ins Web übertragen, sondern zum on-demand-Abruf auf dem YouTube-Kanal der ARD veröffentlicht. Der Vorteil der zeitversetzten Bereitstellung: Die Videofiles konnten noch geschnitten und bei Bedarf nachbearbeitet werden. Der Upload erfolgte ebenfalls direkt vom Smartphone aus, so dass die Videos binnen weniger Minuten online standen.

Hintergrund: Die ersten Netzreporter-Sets haben wir vor über vier Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Online-Redaktion des MDR hergestellt und seitdem beständig weiterentwickelt. Sie sind auf die spezifischen Qualitätsanforderungen einer Rundfunkanstalt ausgerichtet und insbesondere für den Einsatz im Bereich der „Außenproduktion“ ausgelegt. In der Vergangenheit haben die MDR-Redakteure unsere Netzreporter-Sets bereits für die Berichterstattung von der Hallenhockey EM 2012 und bei der Bundestagswahl 2013 genutzt. In Kombination mit modernen Livestreaming-Anwendungen ist die Hardware heute zum Ü-Wagen im Handtaschen-Format ausgereift.

Foto Credits: MDR