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Punkt-zu-Punkt-Übertragung via Satellit beim Konzert „Offen und bunt“ in Dresden

Bei diesem Projekt war wieder einmal unsere Spontanität gefragt: Nur einen Tag vor der Veranstaltung erhielten wir den Auftrag, das Groß-Konzert auf dem Dresdner Neumarkt auf eine Großbildleinwand in der Nähe zu übertragen. Wenn es wie bei diesem Konzert darum geht, ein Zeichen für Toleranz und gegen Fremdenhass zu setzen, dann sind wir natürlich gern innerhalb weniger Stunden zur Stelle. So ließen es sich auch zahlreiche deutsche Künstler nicht nehmen, ohne Gage bei dem kurzfristig organisierten Konzert aufzutreten und ihre Unterstützung für ein aufgeschlossenes, multikulturelles Deutschland zum Ausdruck zu bringen. Auf der Bühne standen an diesem Abend unter anderem Herbert Grönemeyer, Sarah Connor, Gentleman, BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, Anna Loos mit ihrer Gruppe Silly, Adel Tawil sowie Jupiter Jones.

Das hockkarätige Line-Up lockte wie erwartet tausende von Menschen an: Rund 22.000 Personen kamen an diesem Abend zum Neumarkt an der Frauenkirche, um das Konzert zu sehen. Wegen des hohen Andrangs war der Platz knapp eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn komplett gefüllt und musste aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Doch der Veranstalter hatte voraus gedacht und eine riesige Leinwand auf dem Theaterplatz vor der Semperoper errichten lassen. Der Job unseres Teams bestand nun darin, die Videoaufnahmen der Veranstaltung live auf diesem Big Screen zugänglich zu machen.

Obwohl Veranstaltungs- und Übertragungsort nur 500 Meter voneinander entfernt waren, hatte das Videosignal einen weitaus längeren Weg über unseren mehr als 100 Kilometer entfernten Streaming-Server zurückzulegen – und das binnen weniger hundertstel Sekunden. Aber der Reihe nach: Das fertig abgemischte Videosignal der Veranstaltung bezogen wir direkt neben der Bühne am Neumarkt, wo wir unseren SNG-Wagen im Backstagebereich geparkt hatten. Im Fahrzeug encodierten wir das HDI SDI-Signal und schickten es von dort via Satellit auf unseren Streaming-Server. Der Downlink des Signals erfolgte am Theaterplatz, wo die Großbildleinwand stand und wo wir ebenfalls über Satellitenschüssel eine Internetverbindung hergestellt hatten. Den Live-Videostream stellten wir dort zur Bespielung der Leinwand zur Verfügung.

Die Übertragung der Videoaufnahmen realisierten wir per Internetverbindung über Satellit, da sowohl am Neumarkt als auch am Theaterplatz kein stabiles Netzwerk verfügbar war. Mit Hilfe unserer Satellitenschüsseln können wir in kürzester Zeit an jedem beliebigen Ort ein eigenes Netzwerk aufbauen und so auch unter freiem Himmel vollkommen autark Live-Streams absetzen. In Dresden waren mit zwei Schüsseln vor Ort, um jeweils eine Internetanbindung für den Uplink- und Downlink der Videofiles sicherzustellen.

Jede Menge (bewegte) Bilder von dem Event gibt es in diesem Artikel der Dresdner Morgenpost, die das Konzert live auf ihrer Website ausstrahlte.

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